Reflexe & Reflexionen

Reflexe & Reflexionen 2025

Immer lauter, heftiger und feindseliger wird heute in der Öffentlichkeit gestritten. Rechte und autoritäre Parteien bekommen immer mehr Zulauf. Viele Menschen fühlen sich nicht gehört. Andere beklagen, ihre Meinung nicht äußern zu können. Und in vielen Teilen der Gesellschaft sinkt das Vertrauen in staatliche Institutionen und etablierte Medien als Vermittler.

In Anbetracht dieser Schieflage haben die Berliner Festspiele eine Standortbestimmung vorgenommen: Woran scheitert unsere Debattenkultur? Welche Rollen spielen soziale Medien, Ungleichheit und ideologische Konflikte? Und wie kann eine lebendige Praxis öffentlichen Streitens befördert werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die zweite Ausgabe von „Reflexe & Reflexionen“ im März 2025, die wieder von der Politologin Saba-Nur Cheema und dem Historiker Meron Mendel kuratiert wurde: Thema war die Zukunft der demokratischen Streitkultur.

An drei intensiven Thementagen diskutierten prominente Sprecher*innen in Paneldiskussionen, Vorträgen und Workshops über Möglichkeiten, den öffentliche Diskurs aus seinem andauernden, aber unproduktiven Erregungszustand zu befreien. Als Teilnehmende konnten u. a. Jeffrey Goldberg, Alice Hasters, Yasmine M’Barek, Hasnain Kazim, Gilda Sahebi, Mithu Sanyal, Stefan Niggemeier und Deniz Yücel gewonnen werden.

Künstlerische Perspektiven auf gesellschaftliche Aushandlungsprozesse boten das Tanzstück „Freedom Sonata“ von Emanuel Gat und die Videoinstallation „MISSION ACCOMPLISHED: BELANCIEGE“ von Hito Steyerl, Giorgi Gago Gagoshidze und Miloš Trakilović. Bei all den ernsten Fragen, die im Rahmen von „Reflexe & Reflexionen“ diskutiert werden, durfte außerdem Humor nicht fehlen: Kurz nach der Bundestagswahl 2025 kommentierten der Kabarettist Max Uthoff und die Comedienne und Aktivistin Enissa Amani die Wahlergebnisse und fragten: Was gibt's noch zu lachen?

Vortrag von Jeffrey Goldberg

Zum Auftakt der Thementage und anlässlich der Wiederwahl Donald Trumps haben die Berliner Festspiele den renommierten amerikanischen Journalisten Jeffrey Goldberg eingeladen, Chefredakteur des Magazins The Atlantic. In seinem Vortrag im Rahmen der Veranstaltung Donald Trump, die polarisierte Öffentlichkeit und das Ende der Demokratie?, der nun in der Mediathek der Berliner Festspiele zu finden ist, beleuchtete er Veränderungen im politischen Diskurs und in der medialen Öffentlichkeit der letzten Dekade.

Jeffrey Goldberg spricht in ein Mikrofon.

Jeffrey Goldberg

© Berliner Festspiele / Reflexe & Reflexionen

Künstlerisches Programm

Reflexe & Reflexionen in der Mediathek

Video- und Tonmitschnitte der Diskursveranstaltungen von „Reflexe & Reflexionen“ finden Sie in der Mediathekder Berliner Festspiele.

Über Reflexe & Reflexionen

Die Thementage „Reflexe & Reflexionen“ sind eine Programmreihe der Berliner Festspiele. In Zeiten zunehmender Polarisierung gesellschaftlicher Debatten verfolgt sie das Anliegen, offene und kontroverse Gesprächsräume zu gestalten. „Reflexe & Reflexionen“ vereint künstlerische und diskursive Positionen und verhandelt gesellschaftliche Problemstellungen und Streitthemen.

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