Panel

Zwischen Solidarität und Hass. Auswirkungen auf die Gesellschaft in Deutschland

Die Eskalation der Gewalt in Israel und im Gaza-Streifen führt auch in Deutschland zu einer gesellschaftlichen Polarisierung. Eine differenzierte öffentliche Debatte scheint kaum mehr möglich.

Die Bekämpfung von Antisemitismus und das Recht auf Meinungsfreiheit werden gegeneinander ausgespielt. Das Bekenntnis zur Sicherheit Israels als deutsche Staatsräson wird herausgefordert. In privaten und öffentlichen Diskussionen – besonders in den sozialen Medien – wird antisemitisch gehetzt, die Angriffe auf Juden*Jüdinnen und jüdische Einrichtungen sind sprunghaft angestiegen. Zugleich werden Palästinenser*innen unter Generalverdacht gestellt und es ist ein deutlicher Anstieg islamfeindlicher Straftaten zu verzeichnen. Die Journalistin Alena Jabarine und die beiden Historiker Per Leo und Meron Mendel diskutieren, was dieser Konflikt mit der Gesellschaft in Deutschland macht – aus palästinensischer, deutscher und jüdisch-israelischer Perspektive.


Vor und nach der Veranstaltung lädt die „Reflexe & Reflexionen Library“ im Oberen Foyer Besucher*innen der Veranstaltung zu vertiefender Lektüre und einem Besuch der Fotoausstellung „Overlaps“ von Ali Ghandtschi ein.

Bitte beachten Sie unsere Richtlinien für freie Meinungsäußerung und respektvollen Austausch.

Mit

Alena Jabarine – Journalistin
Per Leo – Historiker und Autor
Meron Mendel – Historiker und Autor

Moderation

Vivian Perkovic – Journalistin, Fernsehmoderatorin

Alena Jabarine ist Politikwissenschaftlerin und freie Journalistin für die NDR-Formate STRG F und Panorama 3, für das WDR-Format Monitor, für Die Zeit und Süddeutsche Zeitung. 2020-2023 lebte sie im besetzten Westjordanland, von wo aus sie über ihren privaten Instagram-Account von den politischen Realitäten und dem Alltag vor Ort berichtete. Jabarine ist sowohl deutsche als auch israelische Staatsbürgerin mit deutschen und palästinensischen Wurzeln. 

Per Leo ist deutscher Historiker und Schriftsteller. Er veröffentlichte einen Roman („Flut und Boden“) über die Familie seines Großvaters Friedrich Leo, einen SS-Sturmbannführers im Rasse- und Siedlungshauptamt. In seinen Sachbüchern beschäftigt er sich mit Erinnerungskultur im doppelten Kontext von Nahostkonflikt und Migrationsgesellschaft und dem Umgang mit rechten Positionen. 

Meron Mendel wurde 1976 in der Nähe von Tel Aviv geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend im Kibbuz Mashabe Sade. Er studierte Geschichte und Erziehungswissenschaften, sowie Jüdische Geschichte in Haifa und München. Bereits während Jugend und Studium war Meron Mendel in Friedensinitiativen engagiert. Seit 2010 ist er Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main. Seit 2021 ist er zudem Professor für transnationale soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences. Sein Buch „Über Israel reden. Eine deutsche Debatte“ (Kiepenheuer & Witsch) wurde für den Deutschen Sachbuchpreis 2023 nominiert.

In Zusammenarbeit mit Deutschlandfunk Kultur