
Im Rahmen von Performing Exiles findet vom 16. bis 28. Juni 2025 die „Summer School“ statt. Angeboten werden Workshops, Seminare und Mentoring. Die Teilnehmenden besuchen die Vorstellungen und Gastspiele des Festivals und machen Ausflüge zu künstlerischen Initiativen und Kulturinstitutionen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen und Kontexten in Berlin. Eine öffentliche Präsentation der laufenden Arbeiten und Recherchen der Teilnehmenden im Haus der Berliner Festspiele bildet den Abschluss des Programms.
Thematisch steht der Begriff der „Freiheit“ im Zentrum des gemeinsamen Nachdenkens, der Diskussion und der Arbeit. Er ist einerseits eine Grundvoraussetzung für das Bestehen jeder Form von Demokratie. Gleichzeitig wurde er, vor allem in den vergangen zehn Jahren, durch populistische und neofaschistische Kräfte für dezidiert antidemokratische Bestrebungen instrumentalisiert.
Ein öffentlicher Diskurs, der auf dem Austausch unterschiedlicher Überzeugungen und einem gemeinschaftlichen Abwägen und faktenbasierter Überprüfung unterschiedlicher Argumente beruht, ist in die Krise geraten – auch durch den politischen Richtungswechsel der Technologie-Konzerne und der von ihnen betriebenen Sozialen Medien nach der Wiederwahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA.
Wie ist es, in Deutschland und überall auf der Welt, um die Freiheit der Meinung und der Kunst bestellt? Inwiefern sind Menschen mit Migrationsgeschichte, in der Diaspora und mit zunehmend unsicherem Aufenthaltsstatus von den Gefährdungen der Demokratie in Deutschland betroffen, von Rassismus, Antisemitismus und antimuslimischer Hetze? Wie wirkt sich das auf die Berufspraxis auch von Künstler*innen aus?
Künstler*innen und Kurator*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen wie Gürsoy Doğtaş, Julia Grosse, Amir Reza Koohestani und Juliane Rebentisch haben ihre Mitwirkung bereits zugesagt, weitere Dozent*innen werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Die Künstlerische Leitung des Programms liegt bei Christoph Gurk.
Insgesamt werden 20 Teilnehmende für das Programm ausgewählt. Die „Summer School“ begrüßt Künstler*innen am Beginn ihrer Karriere, die mit verschiedenen Medien arbeiten – digital, mit Bewegtbildern, Malerei und Drucktechnik, Performance, Fotografie, Bildhauerei, Klang und Text. Zu ihren Arbeitsmethoden zählen Archivrecherche, Wissensproduktion, Placemaking und soziales Engagement.
Zwölf in Berlin lebende sowie acht weitere Künstler*innen und Kulturschaffende, die im Ausland ansässig sind, werden nach dem Open Call durch das Team von Performing Exiles und der „Summer School“ ausgewählt.
Die Auswahl der Teilnehmenden basiert auf der Relevanz ihrer Arbeit für die Themen der „Summer School“ und erfolgt anhand ihrer abgeschlossenen und geplanten Projekte. Die Jury setzt sich zusammen aus Dozent*innen und dem künstlerischen Leiter der Summer School.
Künstler*innen und Kulturschaffende sind eingeladen, sich zu bewerben, ungeachtet von Alter, Herkunft und Staatsangehörigkeit. Die Bewerber*innen sollten in der Lage sein, sich für die gesamte Dauer der zweiwöchigen Veranstaltungsreihe zu verpflichten. Die Arbeitssprache ist Englisch.
Einsendeschluss: 9. März 2025
Juryentscheidung: voraussichtlich ab Ende März 2025
Benachrichtigung der Teilnehmer*innen: ab 1. April 2025
Die Summer School findet vom 16. bis 28. Juni 2025 statt.
Die Teilnehmenden erhalten eine Aufwandsentschädigung von 250€. Reisekosten und Unterkunft für internationale Teilnehmende werden durch die Berliner Festspiele übernommen. Wir bitten zu beachten, dass es sich bei der Summer School nicht um ein bezahltes Stipendium handelt.
Sollte es vorab Fragen geben, können diese an summerschool@berlinerfestspiele.de gerichtet werden.
Bitte erfassen Sie Ihre persönlichen Daten in unserem Online-Tool und laden Sie dort die benötigten Unterlagen als eine PDF-Datei hoch.
Als internationales Festival, das sich im Geflecht von politischen Aushandlungen aktiv mit dem Thema Exil auseinandersetzt, sieht Performing Exiles es als seine Aufgabe, sich gemeinsam mit Künstler*innen und Publikum gegen Antisemitismus, Islamophobie, Rassismus und Diskriminierung zu engagieren und sich für einen respektvollen Dialog untereinander einzusetzen – einen Dialog, der in der Lage ist, auch widersprüchliche Haltungen, Erfahrungen und Sichtweisen auszuhalten. Künstler*innen, die ihre Arbeiten beim Festival Performing Exiles und im Rahmen von 100° Diaspora und der „Summer School“ präsentieren, beteiligen sich aktiv an diesem Prozess der Auseinandersetzung.
Performing Exiles ist bestrebt, ein experimentelles, transnationales und transdisziplinäres Programm umzusetzen, in dem unterschiedliche Sichtweisen einbezogen und reflektiert werden. Die Würde des Menschen und der Schutz vor jeder Form von Menschenfeindlichkeit bilden die Grundlage für dieses Bestreben.