
Yevheniia Vidishcheva © Stella Borodina
Regisseurin
Kyjiw, Ukraine
Teilnehmerin Internationales Forum 2025
Yevheniia Vidishcheva ist eine ukrainische Theaterregisseurin und Produzentin, die sich auf Dokumentartheater und multidisziplinäre Projekte spezialisiert hat. Seit über einem Jahrzehnt konzentriert sich ihre Arbeit auf die Erforschung von Kriegstrauma, Resilienz und kollektivem Gedächtnis. 2013, während der Revolution der Würde, war sie im ersten Jahr ihres Theaterstudiums. Dieser entscheidende Moment brachte sie dazu, über ihre Rolle bei der Gestaltung der Zukunft der Ukraine nachzudenken und darüber, wie Kunst als Werkzeug für Wandel dienen kann. 2017 gründete sie eine gemeinnützige Organisation, die junge Künstler*innen in nicht-zentralen und vom Krieg betroffenen Regionen unterstützt. Die Organisation schuf Räume für künstlerische Reflexion – dokumentarische Performances, Filme und Installationen – und gab jungen Menschen eine Plattform, um ihre Gedanken und Erfahrungen auszudrücken. 2020 eröffnete sie ein Kunstzentrum in einem Dorf in Cherson, das zu einem Aufenthaltsort für junge Kreative wurde. Nach der umfassenden Invasion im Jahr 2022 wurde das Dorf jedoch besetzt, und die Gemeinschaft war gezwungen umzuziehen. Seitdem hat Vidishcheva neue Projekte entwickelt, darunter „Safe Space“, eine dokumentarische Performance, die das erste Kriegsjahr reflektiert, „Kontur“, eine musikalische Tour durch Städte an der Frontlinie, und „Misto Marii: The Siege Diaries“, die auf der wahren Geschichte zweier Schwestern basiert, die die Belagerung von Mariupol überlebten, einer ukrainischen Stadt, die seit 2022 von russischen Truppen besetzt ist. Mit ihrer Arbeit möchte sie das dokumentarische Erzählen als Mittel zur Auseinandersetzung mit der Realität nutzen und Räume für Reflexion und Transformation schaffen.
Stand: März 2025