Das Forum des Theatertreffen der Jugend richtet sich an Theaterpädagog*innen, Lehrer*innen, Regisseur*innen, Sozialarbeiter*innen, Studierende und Lehrende an Hochschulen, Künstler*innen und andere Verantwortliche der eingeladenen Inszenierungen. Es untergliedert sich in die Bereiche Praxis und Dialog.
Die weiter andauernden globalen Krisen stellen auch das künstlerisch pädagogische Schaffen…vor neue Herausforderungen. Das Selbstverständnis von künstlerischer Praxis als Arbeit an der offenen Gesellschaft gerät unter Druck und zunehmend ins Abseits, was sich nicht zuletzt an den massiven Kürzungen im Bereich der kulturellen Bildung zeigt. Junge Menschen bilden in dieser Gesellschaft eine Minderheit. Es fehlt an politischer Repräsentation. Räume, in denen Wachstum und Entfaltung, Experiment und Selbstfindung stattfinden können, werden kleiner. Angesichts dieser Entwicklungen braucht es ein Dagegen-Halten und ein umso bewussteres Räume-Schaffen. Fragen nach Zugänglichkeit und Teilhabe rücken in der Theaterarbeit mit jungen Menschen mehr denn je ins Zentrum. Diese finden sich in der Selbstbefragung und Selbst-Positionierung, in die man sich als Spielleitung bestenfalls immer wieder aufs Neue begibt – next step – next level. Wie lassen sich die erworbenen Kenntnisse und Haltungen nun in die damit verbundenen Praktiken (des Probens), Arbeitsweisen und Ästhetiken überführen? Mit welcher Haltung sprechen wir junge Menschen an und machen Theater? Welche Themen wollen wir mit jungen Menschen wie verhandeln und welche Themen wollen sie selbst verhandeln?? Wie wirkt das Wissen um Macht und Diskriminierungsformen in künstlerische Arbeitsprozesse hinein bzw. wie finden diese ihren Ausdruck? So könnte ein Blick in das Feld Diversität und Adultismus zu neuen Rahmenbedingungen und Arbeitsweisen für die eigene Praxis führen?
Das diesjährige Forum lädt dazu ein, in einem geschützten, kollegialen Raum das eigene Selbstverständnis und die eigene künstlerisch-pädagogische Praxis auf die Probe zu stellen, neu zu sortieren und – im besten Sinne – ein Stück weit auch zu ver_rücken.
Das Forum beginnt mit einem Kickoff-Workshop, der Raum zum gegenseitigen Kennenlernen und zum gemeinsamen Einstieg in das Festival bietet. Die anschließenden Workshops der Sektion Praxis gehen von den künstlerisch-pädagogischen Positionen der Workshopleiter*innen aus und bieten den Teilnehmer*innen Einblicke in deren Herangehensweisen und Strategien.
Der Workshop mit Wiebke Hagemeier und Friederike Dunger lädt dazu ein, sich in einer adultismuskritischen Haltung und Praxis zu üben. Während Modjgan Hashemian in ihrem Workshop den Körper in seiner politischen Dimension in den Blick nimmt, beforschen Aaron Aschenbach und Ursula Jenni Räume unter Klassismus-Perspektive. Um Fragen von Zugängen geht es auch bei Jannina Brosowsky, die am Beispiel einer Relaxed Performance Formen kreativen Barriereabbaus vorstellt. Matin Soofipour Oman lenkt den Blick auf Praktiken des Schreibens und Überschreibens. Suna Gürler lädt die Teilnehmenden dazu ein, das Spannungsfeld von partizipativem Arbeiten und künstlerischen Vorgaben auszuloten. Marc-Oliver Krampe rückt demokratische Verfahren für die Künste und dabei auch für das eigene demokratische Handeln in den Blick. Nadja Raszewski verhandelt in ihrem Workshop Haltungsfragen über Tanz und Bewegung. Im Fokus steht die Erkundung und Reflexion des eigenen Körper-Handelns im Raum und damit verbundener Vermittlungsansätze.
Die Sektion Dialog bietet allen Teilnehmer*innen am Forum die Möglichkeit, im Rahmen der Aufführungsgespräche über die eingeladenen Produktionen des Theatertreffens zu sprechen.
Leitung:
Dr. Ina Driemel – Theaterpädagogin in Theorie und Praxis
Astrid Petzoldt – Theatervermittlerin, Dozentin, Netzwerkerin
Samstag, 31. Mai 2025, 10:00 – 12:30 Uhr
Kick-off-Workshop Forum
Willkommen beim Theatertreffen der Jugend! Zu Beginn des Festivals wollen wir uns in diesem Kick-Off-Workshop Zeit zum Kennenlernen nehmen. Wer sind „wir“ und was macht dieses temporäre „wir“ aus? Welche Perspektiven auf die Theaterarbeit mit Jugendlichen gibt es und wie wollen wir dazu miteinander ins Gespräch gehen? Welche Erwartungen stehen in Hinblick auf das Festival im Raum? Diesen und anderen Fragen wollen wir uns ganz praktisch widmen. Eingeladen sind alle Spielleitungen der eingeladenen Produktionen, Delegierte sowie Teilnehmende des Forum-Programms.
Nina Kruska – Lehrerin
Astrid Petzoldt – Theatervermittlerin, Dozentin, Netzwerkerin
Bei dem Workshopangebot handelt es sich um eine anerkannte Weiterbildungsmaßnahme, für die es eine Teilnahmebestätigung gibt.
Anmeldungen für externe Forum-Teilnehmende sind ab dem 10. April möglich.
Die Kosten für das Forum werden als Tagesgebühr berechnet:
Der Preis für Verpflegung ist in der Teilnahmegebühr enthalten. Die Teilnahme an den Nachgesprächen ist kostenlos. Die Teilnahme am Forum wird als Weiterbildung anerkannt.