Gespräche, Lesungen & Filme

Ein Tag mit … Andrzej T. Wirth

Andrzej T. Wirth © Carol T. Washburn, San Francisco, California, 1968 / Pawel Kocambasi

Andrzej T. Wirth © Carol T. Washburn, San Francisco, California, 1968 / Pawel Kocambasi

Der Pate des Postdramatischen, geboren am 10. April 1927 im ostpolnischen Wlodawa, war immer zur rechten Zeit dort, wo das Theater aufblühte: Mit Brechts Berliner Ensemble in den fünfziger Jahren, mit Jerzy Grotowski und Tadeusz Kantor im Polen, dann mit Richard Schechner im Amerika der sechziger Jahre und mit Robert Wilson im New York der siebziger Jahre. Was Andrzej T. Wirth sah, analysierte er und erprobte es mit Student*innen an Universitäten in den USA, in Berlin und Sydney – bis er 1982 an der Universität Gießen das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft (ATW) gründete. Hier studierten René Pollesch, Hans Werner Kroesinger, Moritz Rinke, Rimini Protokoll und viele andere, die dann das deutsche und internationale Theater prägten.

Zu Andrzej T. Wirths 89. Geburtstag am 10. April versammeln sich Schüler*innen und Weggefährt*innen aus Japan, USA, Polen und Deutschland zu Performances und Gesprächen. Die Stationen seiner Begegnungen und seines Wirkens über sieben Jahrzehnte auf drei Kontinenten werden mit bildnerischen Arbeiten, Texten, Fotos und filmischen Dokumenten gegenwärtig gemacht. Der Tag wird kuratiert von Wolfgang Storch und Thomas Irmer.

    Programm

     

    Unteres Foyer

    Ausstellung
    Andrzej T. Wirth – Theater(er)finder
    Displaced – Zur rechten Zeit am rechten Ort

    Stationen seines Lebens und Wirkens
    Filme, Fotos, Dokumente

    „Las Venice“
    ein Videoessay von Thomas Martius / Andrzej Wirth 2000-2004

    Oberes Foyer

    Programmablauf

    • Andrzej Wirths Bildergalerie
      Werke von Günter Grass, Karl Oppermann, Edda Grossman, Jo Brocklehurst, Robert Wilson u.a.
       
    • 16:00 Uhr: Begrüßung: Thomas Oberender
      Überblick über das Programm: Wolfgang Storch & Thomas Irmer
    • 16:15 Uhr: Frank Hentschker: I was Andrzej …
    • 16:30 Uhr: Theatre for others
      Jasia Reichardt und Andrzej Wirth im Gespräch
    • Intermezzo: Katrin Kaspar mit Cléo (Gesang)
      „Moich dwanascie godzin“ / „Meine zwölf Stunden“
      Text Andrzej Wirth / Komposition Cléo
    • 17:00 Uhr: Zwischen 1956 und 1966 in Berlin: Engagement für Polens Literatur und Theater – Lehre an der Technischen Universität 1964/65
      Klaus Völker: Erinnerungen des „ältesten Studenten“ an die frühen Jahre
      Maria Sommer im Gespräch mit Klaus Völker: Die erste Verlegerin
    • 17:30 Uhr: In den USA ab 1966
      Richard Schechner: Videogruß
      Frank Hentschker: Andrzej Wirth probt Brechts „Fatzer“ in Oxford 1978
      Emma Lewis Thomas, Andrzej Wirth: „Fatzer“ in Sydney 2000
      Thomas Martius / Andrzej Wirth: „Wilson’s Island“, Film, 2008, ein Ausschnitt mit Einführung
      Robert Wilson: Videogruß
    • Intermezzo: Katrin Kaspar mit Cléo (Gesang)
      „My Last Tree – For Robert Wilson“
      Text Andrzej Wirth / Komposition Cléo
       
    • 18:15 Uhr: Pause
      45 min, Führungen durch Ausstellung, Getränke und Essen an der Bar
       
    • 19:00 Uhr: Die Rückkehr des Europäers mit der Neuen Welt im Gepäck
      Peter von Becker und Andrzej Wirth im Gespräch: Der intellektuelle Flaneur
    • Intermezzo: Andrzej Wirth mit Katrin Kaspar
      „O Falladah, die du hangest“
      Text Bertolt Brecht / Komposition Hanns Eisler / Polnische Übersetzung Andrzej Wirth
    • 19:30 Uhr: Das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen, 1982–1992
      „Theatre without audience“ von Pawel Kocambasi; Regie, Kamera und Schnitt Pawel Kocambasi; Produktion Tom Streuber (Filmausschnitt)
      Patrick Primavesi: Brecht, Müller und … Impulse der Arbeit in Gießen
      Frank Hentschker & Hans-Werner Kroesinger: Heiner Müller inszeniert „Hamletmaschine“ 1985, mit Film
      John Jesurun & Thomas Irmer im Gespräch
      Gabriele Brandstetter: Kleine Rede für ATW
      Miho Takayasu: Erinnerungen an Andrzej Wirth
    • Intermezzo: Miho Takayasu: Tanzperformance
      mit ihrem japanischen Ensemble Mogura Kagura
       
    • 21:00 Uhr: Pause
      30 min, Getränke und Essen an der Bar
       
    • 21:30 Uhr: Unterwegs
      Anna Beata Bohdziewicz: Andrzej T. Wirth, 1985–2015, Diaprojektion mit Vortrag
    • Intermezzo: Katrin Kaspar mit Cléo (Gesang)
      „Crazy Dreams / Limerick for my Pony I–II“
      Text Andrzej Wirth
      „My Twelve Hours“
      Text Andrzej Wirth / Komposition Georges Metanomski
    • 21:45 Uhr: Wege der Schüler und eines Ratsuchenden
      Moritz Rinke über seine Begegnung mit Andrzej Wirth, Filmausschnitt, 5 min
      Hans-Werner Kroesinger & Thomas Irmer im Gespräch
      Grzegorz Jarzyna & Thomas Irmer: Andrzej Wirth als Brecht-Pate, „Im Dickicht der Städte“, Schaubühne 2004
    • 22:15 Uhr: Finale
      Ein Chor liest Gedichte von Andrzej Wirth
      Frank Hentschker: Cut Piece
      Mandie O’Connell / La Mission: Art 004: A Tattooed Woman / About These Wars (Performance)

    Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele in Kooperation mit der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

    Unterstützt vom Polnischen Institut Berlin