Die 10 bemerkenswertesten Inszenierungen
Performative Installation in Virtual Reality von DARUM
Eine Koproduktion von DARUM und brut Wien
Uraufführung: 26.9.2024 (brut Wien)
[EOL]. End of Life © DARUM / brut Wien
Wie soll mit unserem digitalen Erbe umgegangen werden? In „[EOL]. End of Life“ lädt das Regie-Duo DARUM dazu ein, in dramaturgisch und technisch beeindruckenden virtuellen Realitäten über den Fortbestand eines fiktiven „Metaverse 1.0“ zu entscheiden.
In „[EOL]. End of Life“ beweisen Victoria Halper und Kai Krösche, dass ein limitierter Raum von 9,6 Quadratmetern zu einem unüberschaubaren Metaversum werden kann. Denn sobald die Teilnehmer*innen eine VR-Brille aufsetzen, werden sie von einem fiktiven Großkonzern in eine digitale Ruinenlandschaft geschickt, um dort zu entscheiden, welche Daten erhalten bleiben dürfen und was unwiederbringlich gelöscht werden soll. Dabei treffen sie unter anderem auf Echos vergangener Existenzen, die mittlerweile ein Eigenleben entwickelt haben. DARUM verwischen in ihrer technisch, ästhetisch und inhaltlich perfekt aufeinander abgestimmten Arbeit gekonnt die Grenzen der Wahrnehmung und konfrontieren die Teilnehmer*innen mit der Frage, welche Spuren ein Menschenleben hinterlässt und wer über das eigene digitale Erbe einmal bestimmen wird.
Die virtuelle Realität ist am Theater angekommen, auch wenn die beiden oftmals noch miteinander fremdeln. Die VR-Erfahrung des Duos DARUM (Victoria Halper und Kai Krösche) macht digitale Welten selbst zum Thema, konkret die Überreste unserer täglichen Interaktionen im Netz: Erinnerungen an Vergängliches, die selbst nicht verblassen. Wie viele solche Datenhaufen verträgt das Netz? Tragen wir ihnen gegenüber eine Verantwortung? Können wir sie gar – lieben? Wer eine VR-Brille aufsetzt, erhält 9,6 m² Fläche und den Auftrag der Firma IRL (Imaginary Reality Landscapes), digitale Ruinen zu prüfen, auf die lange niemand zugegriffen hat. Es gilt zu entscheiden, was endgültig gelöscht und was ins Metaversum übernommen werden soll. Doch dann nimmt das Virtuelle die Prüfenden in Geiselhaft, und es entspinnt sich eine tief berührende Geschichte, die unser Verhältnis zum digitalen Erbe auf die Probe stellt und neue Maßstäbe virtuellen Erzählens setzt. Ist das noch oder schon Theater?
ZumVideostatement von Juror Martin Thomas Pesl über „[EOL]. End of Life“
Programmheft (PDF, 1 MB)
Victoria Halper & Kai Krösche (DARUM) – Regie & Story
Mark Surges – 3D-Architektur & Ausstattung (Virtual Reality)
Arthur Fussy – Musik
Matthias Krische – Ausstattung (Liveperformance)
Kai Krösche – Texte
Victoria Halper – Character Design & Animationen, Kostümdesign, Photogrammmetrie Scanning, Motion Capturing, Videos
Kai Krösche, Mark Surges – 3D-Object-Animationen
Kai Krösche – Creative Coding, Motion Capturing, Lichtdesign & ergänzendes Sounddesign
Alexander Tingrui Wülferth – Zeichnungen (Schulwelt)
David Rosenberg, Matthias Krische, Matthias Seier, Arthur Fussy, Armin Kirchner u. a. – Testing & künstlerisches Feedback
Victoria Halper, Kai Krösche, James Stanson
Gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7) und dem Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport.
Die künstlerische Konzeptarbeit an „[EOL]. End of Life“ wurde unterstützt durch ein Stipendium am Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe.