Die 10 bemerkenswertesten Inszenierungen
von Pina Bausch / Meryl Tankard
Eine Produktion von Sadler’s Wells, Pina Bausch Foundation, Tanztheater Wuppertal Pina Bausch
koproduziert von Amare (Den Haag), LAC Lugano Arte e Cultura, Festspielhaus St. Pölten, China Shanghai International Arts Festival
Uraufführung: 26.11.2024 (Opernhaus Wuppertal)
Kontakthof – Echoes of ’78 © Uwe Stratmann
Schon bei der Uraufführung von „Kontakthof“ im Jahr 1978 hatte Pina Bausch die Idee, die Inszenierung Jahrzehnte später mit der gleichen Besetzung noch einmal aufzuführen. Diesem Wunsch kommt nun Meryl Tankard nach, die mit acht Kolleg*innen von damals in einen Dialog mit der Vergangenheit tritt.
Rolf Borziks Aufführungsaufzeichnung inspirierte die Choreografin, Regisseurin, Tänzerin und Videokünstlerin Meryl Tankard, Pina Bauschs Tanzstück mit Kultstatus um eine cineastische Ebene zu erweitern. Dazu kürzte sie das unbearbeitete Videomaterial, ohne die Essenz des Werks und Bauschs Intentionen einzuschränken, und lud Tänzer*innen der Originalbesetzung ein, mittels der Projektion mit ihrem jüngeren Selbst, miteinander und mit abwesenden Kolleg*innen in einen Dialog zu treten. Ein emotionaler Abend, der Bauschs prägendes Tanztheater in der Gegenwart verortet und die entstandenen Lücken im Ensemble nicht ignoriert, sondern die Abwesenheit früherer Wegbegleiter*innen schmerzlich spürbar macht und Verlust und Altern berührend verhandelt.
Pina Bauschs 1978 uraufgeführtes Stück „Kontakthof“ gehört zu den legendären, beinahe kultisch verehrten Werken, mit denen sie damals das Tanztheater revolutioniert hat. Vor diesem übermächtigen Hintergrund wirkt Meryl Tankards 46 Jahre später entstandene Appropriation auf den ersten Blick wie eine Arbeit, die Pina Bausch ein Denkmal setzen will. Doch dieser Eindruck täuscht. Tankard gehörte 1978 zur „Kontakthof“-Originalbesetzung und tanzt nun mit acht weiteren Mitgliedern der damaligen Kompanie noch einmal Teile der Choreografie. Sie kombiniert Aufnahmen von historischen „Kontakthof“-Mitschnitten mit den Bewegungen der gealterten Tänzer*innen. So entsteht ein komplexer und magischer Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der sich allen Einordnungen konsequent entzieht.
ZumVideostatement von Juror Sascha Westphal über „Kontakthof – Echoes of ’78“
Programmheft (PDF, 1,5 MB)
Meryl Tankard – Konzeption, Inszenierung, Konzeption Video
Rolf Borzik – Archivaufnahmen, Bühnenbild und Kostüme Originalproduktion
Kenny Ang – Video-Editor
YeastCulture – Design Projektionen
Ryan Joseph Stafford – Lichtdesign
David McEwan – Sounddesign
Elisabeth Clarke, Josephine Ann Endicott, Lutz Förster, John Giffin, Ed Kortlandt, Beatrice Libonati, Anne Martin, Arthur Rosenfeld, Meryl Tankard
Die Produktion wird als Beitrag zur Vorbereitung des Pina Bausch Zentrums aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Wuppertal gefördert.